Stadtentwicklung ohne Shoppingcenter?
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Ein glückliches Paar beim Shopping - doch die Stadtentwicklung geht in eine andere Richtung

Stadtentwicklung: Zeit der Shoppingcenter ist vorbei

Deutschlands Shoppingcenter stehen vor großen Umbrüchen. Zu sehen ist das nicht zuletzt daran, dass immer mehr umgebaut wird. Hintergrund sind neue Studien zum Kaufverhalten der Deutschen. Und die haben auch massive Auswirkungen auf kleinere Innenstädte.

Deutschlands Shopping-Center machen vor, wohin die Stadtentwicklung überall in den Kommunen geht. Es wird verändert und umgebaut. Denn insgesamt scheint der Markt gesättigt zu sein. Eine Studie des Kölner EHI Handelsforschungsinstituts am Beispiel von Shopping-Centern zeigt dabei die Richtung auch in kleinen Kommunen. Der Studie zufolge gibt es aktuell 483 Shopping-Center. Tendenz: Stagnierend. Der Markt ist offenbar gesättigt, heißt es in der Studie. Und mehr noch: Immer mehr Händler in den Centern spüren, dass ihr Umsatz eher sinkt als steigt. "Wenn es um das reine Shopping geht, kann das Centergeschäft mit dem Onlinehandel kaum mithalten", so die Studienmacher. So leiden auch viele Fußgängerzonen unter der Konkurren aus dem Netz.

 

Die Studie liefert auch Lösungen - eine nachhaltige Stadtentwicklung 

 

Anhand der Shoppingcenter zeigt das Handelsforschungsinstitut auf, wohin die Entwicklung geht. "Wir merken, dass die Innenarchitektur immer wichtiger wird. Das war früher eher untergeordnet. Heute geht es um das Verweilen", sagt etwa die Centermanagerin Heike Marzen vom Rhein-Ruhr Zentrum zwischen Essen und Mühlheim in der ARD. Damit bestätigt sie die Analyse der Forscher: "Der Trend geht zu Quartierslösungen. Das sind Center, in denen Shopping nicht die Hauptrolle spielt. Man mischt sich durch mit Büros, Fitnesstudios, Unterhaltung und Wohnen", so EHI Studienleiter Marco Atzberger. 

Die Studie zeigt außerdem: Viele Geschäfte in den Shopping Centern fallen inzwischen deutlich kleiner aus als früher. Das gilt insbesondere im Modebereich. Besonders deutlich zu sehen ist es demnach auch bei Schuhgeschäften und Buchhandlungen. Freiwerdende Flächen würden in der Tendenz von Gastronomie-Anbietern übernommen. 

 

 

Das bedeutet die Studie für die Stadtentwicklung in kleineren Kommunen

 

Gleiches gilt auch für Innenstädte kleinerer Kommunen. Auch hier nimmt die Zahl der Händler und die benötigte Verkaufsfläche eher ab. Gleichzeitig ist das Bedürfnis der Menschen nach Verweilen gestiegen. Sei es in Cafes oder auf Parkbänken. Auch kleinere Kommunen tun also gut daran, ihr Innenstädte "familienfreundlicher" zu gestalten. Auf dass im Mittelpunkt die Freizeit und nicht der Einkauf steht. Möglichkeiten sind neben Bänken auch Grünflächen, Spielgeräte für verschiedene Generationen (von der Schaukel im Straßenbild bis zum Fitness-Gerät für Senioren). Auch die örtliche Bücherei oder das Bürgerbüro in einem ehemaligen Ladengeschäft kann eine Idee sein. In jedem Fall kann es so gelingen, dass sich in der Stadt wieder mehr Menschen begegnen. im optimalen Falle verdienen die Händler wieder mehr Geld und Leerstände werden vermieden oder wieder weniger. 

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