Das Smartphone immer parat. Die junge Influencerin zeigt einen Ausschnitt ihres Lebens auf Instagram.
© Nicole Haase via Instagram

Stadtgeschichten

Stadt-Influencer in Uelzen: Das können Sie lernen

Nach einem längeren Auswahlverfahren hat die Stadt Uelzen in Niedersachsen eine junge Tochter der Stadt zur Werbebotschafterin erkoren. Eine Abiturientin mit bereits mehreren zehntausend Followern wirbt nun in Social Media für die Kreisstadt. Was wichtig ist und was andere Kommunen von der Mittelstadt lernen können, erklärt KOMMUNAL.

Die Suche nach einem eigenen Influencer für die Stadt Uelzen in Niedersachsen ist erfolgreich verlaufen und  es gibt eine Gewinnerin. Influencer sind die moderne Art eines Markenbotschafters, sie machen mit ihrer Reichweite Produkte, Ort oder Ideen publik.

Influencer werden für die Heimatstadt

Es war wohl ein besonderer Moment, als Nicole Haase die Information bekam, sie würde nun die neue Stadt-Influencerein ihrer Heimatstadt werden. Die Abiturientin wird nun die interessanten Seiten Uelzens einem großen Publikum zeigen. "Die Menschen sollen halt nicht nur unseren Hundertwasser-Bahnhof kennen, sondern auch mal aus dem Zug aussteigen und unsere ganze Stadt erkunden.", erhofft sich Alexander Hass von der Kultur- und Wirtschaftsförderung.

Im Sommer geht die Influencerei für Nicole Haase dann richtig los, Sehenswürdigkeiten und Events, Geschäfte und Leute soll sie im städtischen Auftrag präsentieren. Dafür bekommt die junge Frau 450 Euro im Monat.  Angestellt ist sie beim Handelsverein, der die Initiative gemeinsam mit der Stadt gemeinsam startete. Überzeugen konnte die blonde Abiturientin mit ihrer Ausstrahlung, wie Alexander Hass erklärt. Dass sie bereits mehrere zehntausend Abonnenten auf Instagram hat, hat nach Auskünften der Jury jedoch nur am Rande eine Rolle gespielt. "Sie spiegelt die Stadt wieder, mit ihrer offenen Art strahlt sie aus, was uns ausmacht.", meint Sprecher Hass. Mit ihren 23.000 Followern auf Instagram dürfte ihr ein Großteil der 33.000 Einwohner zählenden Stadtbevölkerung bereits durchs Leben folgen.

 
 
 

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Eigenregie – Stadt unterstützt Nicole

Die Influencerin wird über den Instagram-Kanal der Stadt Videos und Fotos teilen, die sie in eigener Verantwortung erstellt und vorbereitet. Die Stadtmarketingbeauftragen geben aber natürlich  auch Hinweise. So wird das Late Night Shopping eines der ersten Ereignisse sein, über das Nicole Haase berichten wird. 

Auf dem Werbekanal sollen die Menschen in den Vordergrund gerückt werden. So soll beispielsweise erzählt werden, wie es ist einen alten Familienbetrieb zu übernehmen, oder ein Startup zu gründen. Aber auch lokale Spezialitäten sollen präsentiert werden, denn in der Gegend gibt es mehrere kleine Brauereien. 

Influencer-Suche ein wahrer Erfolg

Schon jetzt ist die Kampagne, einen Stadt-Influencer für Uelzen zu finden, ein wahrer Erfolg. Eine Morning Show aus Hamburg hat  eine ganze Sendung lang Sendung der Hansestadt Uelzen gewidmet. Zeitungen und Onlinemedien berichten bundesweit über die Idee und Uelzen ist in vieler Munde. 

Es ist immer noch ein öffentlicher Auftrag und es geht um die Stadt.

Alexander Hass, Sprecher für Stadtmarketing

Einen wichtigen Tipp hat Stadtmarketer Haase noch: "Wenn andere Kommunen das auch machen wollen, sollten sie darauf achten, dass es neutral bleibt. Es ist immer noch ein öffentlicher Auftrag und es geht um die Stadt." Er meint damit, keine Unternehmen zu sehr in den Vordergrund zu rücken und auch nicht zu sehr die Person des Influencers zu inszennieren. Eine Hilfe kann sein, es nicht direkt über die Stadt zu machen, sondern mit lokalen Partnern oder dem privaten Handelsverein zu kooperieren. 

Strategische Planung

Nicole Haase ist in ihrer Stadt auch politisch aktiv. Neben Postings zu Saftkuren oder Städtetrips engagiert sie sich auch aktiv als Vorsitzende der Schüler Union Niedersachsen und ist Mitglied im Vorstand der Jungen Union Uelzen. Ziel ist es Inhalte für die Stadt zu machen und es nicht zu sehr an die Person Nicole Haase zu knüpfen, denn den Beteiligten ist klar, dass Lebensumstände dazu führen, dass junge Menschen zeitweilig für die Ausbildung aus der Stadt verschwinden.