Die Rolle der Kommunen im Bereich Mobilität
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"Sie halten die Zügel in der Hand"

In Zukunft bestimmen Kommunen über die Mobilität

20. Januar 2020
Welche Trends werden sich im Bereich Mobilität durchsetzen? Wie werden sich Deutschlands Straßen in Zukunft verändern? Experten geben ein Statement ab!

Während die Mobilität in den USA in Zukunft von großen Branchenplayern geprägt sein wird, werden hierzulande die Kommunen die Zügel in der Hand halten. Das sagen zumindest Mobilitätsexperten von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: "In Europa gehen wir davon aus, dass die Kommunen eine sehr wichtige Rolle spielen."

Doch: Nicht alle Städte sollen Vorreiter werden. "Aber in Städten wie London und Helsinki können wir beobachten, wie Kommunen eine sehr aktive Rolle übernehmen in der Verzahnung von öffentlichem Nahverkehr, neuen Mobilitätsangeboten und dem privaten Pkw-Verkehr", erklärt Nikolaus Lang von dem Unternehmen.

In China hingegen rechnen die Experten mit einer staatlichen Dominanz, bei der ausländische Anbieter kaum noch Chancen haben.

Wie wird Mobilität nachhaltiger?

Um die Mobilität nachhaltiger zu gestalten, setzen die Experten vor allem auf das autonome Fahren: "Auf die Art und Weise können 90 Prozent der Unfälle, 50 Prozent der Parkplätze und zwei Drittel der Emissionen vermieden werden."

Neben den eben genannten Vorteilen haben autonom fahrende Autos auch großes Potenzial für den ländlichen Raum. Darüber hat das Magazin KOMMUNAL bereits mehrfach berichtet. Das zeigt sich zum Beispiel im Bereich des ÖPNV: Auf dem Land müssen öffentliche Busse lange Strecken zurücklegen, zudem nutzen viele Bürger die Öffentlichen Verkehrsmittel kaum, sodass sich der ÖPNV gar nicht mehr rentiert. Zusätzlich sind die festen Fahrpläne oftmals so unflexibel, dass sie dem individuellen Bedarf gar nicht angepasst werden können. In einigen Regionen sind abgelegene Ortsteile nicht an den Personennahverkehr angebunden, was besonders für Senioren zum Problem werden kann. Und genau hier können autonom fahrende Autos ansetzen, weil sie per App oder Telefon gebucht werden und die Bürger unkompliziert an ihren Wunschort fahren können.

Was sich für den ländlichen Raum lohnen könnte, muss sich aber nicht für die Anbieter lohnen. Dazu erklären die BVG-Experten:"Geld verdienen werden sie damit sicherlich die nächsten zehn Jahre nicht."

Trend der Zukunft: Die E-Fahrräder und und E-Scooter

Die Berater gehen davon aus, dass in den nächsten zwei bis fünf Jahren vor allem E-Fahrräder und E-Scooter boomen werden. Zudem rechnen sie vor, dass sich in jeder Region nur drei bis vier große Anbieter etablieren werden - weil es ab einem Marktanteil von weniger als 25 Prozent schwierig werde, ein profitables Geschäft aufrecht zu erhalten.